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Nano: alles so schön sauber hier!

19.11.07

Sie gilt als eine der Schlüsseltechniken der Zukunft: die Nano-Technologie. In der Autowaschanlage haben wir es vielleicht schon mal bewusst erlebt oder bei der Reklame mit dem sich selber reinigenden Waschbecken. Alles perlt ab, jeder Schmutz scheint wie von Geisterhand zu verschwinden. Der Wunsch, dieses Wunder­mittel überall zu haben, ist ganz natürlich.


Was mich ich wissen?


Als Nano-Technologie versteht man die Herstellung, Untersuchung und Anwendung von Strukturen (z.B. Partikeln, Schichten oder Röhren), deren Dimension kleiner als 100 Nanometer (nm) sind. Das ist 1.000 kleiner als der Durchmesser eines Menschen­haares! Durch Oberflächenbehandlung oder Aufbringung von Nano-Substanzen entstehen Produkte mit neuen, faszinierenden Eigenschaften: z.B. alles perlt von Ihnen ab, weil sie so „glatt“ sind, Oberflächen werden „kratzfest“, Spiege­lungen können unterbunden werden, Korrosion verhindert werden.


Nano-Technologie finden wir mittlerweile in vielen Produkten und Verfahren, u.a. in thermischen und chemischen Schutzschichten (Perlglanzeffekt), Beschichtung von Computerfestplatten, Autoabgaskatalysatoren, Brennstoffzellen, Biosensoren, usw. Es gibt anorganische Nanopartikel (z.B. aus Titanoxid, Zinkoxid, Gold, Aluminium­oxid) und organische Nanopartikel (z.B. Polymernanopartikel), die mittlerweile auch in Produkten aus der Pharmazie, Kosmetik, im Pflanzenschutz sowie in Lebensmitteln enthalten sind.


Das Problem ist, dass heute noch niemand genau weiß, wie diese Partikel auf den menschlichen Organismus wirken. Da es kaum Untersuchungen gibt, gilt diese Technologie noch als sicher und ungefährlich. Aber das dachte man auch bei Asbest, PCP, Lindan, Contergan, usw., bevor die ersten Schwierigkeiten auftauchten. Wir wollen hier keine Angst setzen, aber vor einem allzu unbewussten Umgang warnen. Neben vielen positiven Eigenschaften kann diese Technologie auch negative haben; eine Kennzeichnungspflicht gibt es bisher noch nicht.


Schritt-für-Schritt-Anleitung


1. Nanopartikel haben aufgrund ihrer Größe die Fähigkeit, sich in lebenden Zellen anreichern zu können. Sie überwinden die Blut-Hirn-Schranke, dringen in die Plazenta ein und wurden auch schon an Nervenzellen beobachtet. Da sie sehr leicht sind, ist sowohl Luft als auch Kontakt eine Verbreitungsquelle. Wenn Sie mit reinen Nanopartikeln arbeiten müssen (z.B. Versiegelung der Autoscheibe), immer mit ent­sprechendem Atemschutz und Hautschutz arbeiten (Latexhandschuhe).


2. Der Abbau der (künstlichen) Nanopartikel ist vollkommen ungeklärt. Geben Sie deshalb besser alle Reste zum Sondermüll statt in den Hausmüll oder ins Abwasser.


3. Wenn Sie an Allergien leiden, Stoffwechselkrankheiten haben, Ihre Ausschei­dungs­organe in Mitleidenschaft gezogen sind, seien Sie besonders vorsichtig.


4. Verfolgen Sie in den Medien nicht nur die Verkaufsargumente solcher Produkte, sondern seinen Sie auch offen für Informationen über negative Auswirkungen.


Diese Informationen basieren auf einem Hintergrundpapier des Umweltbundes­amtes vom August 2006 (siehe Link unten).



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